
Ich denke Spielberg hat irgendwann aufgehört Filme zu drehen, die ich in meiner Erinnerung als die typischen Spielberg-Filme abgespeichert habe.
Kinder auf einem BMX in einer langweiligen Vorstadt. Die Familie ist in der Regel verkorkst, alle Charaktere haben mehr oder weniger einen Dachschaden und der Vater ist in der Regel hoffnungslos überfordert, aber irgendwie strahlt alles in einer merkwürdigen Aura. Das Geheimrezept, was in allen seinen Filmen präsent ist.
Bei Encounters spüre ich dieses Geheimrezept an allen Ecken. Da wird kräftig im Gewürzschrank gerührt: Das meiste funktioniert, manches ist etwas zu viel gewürzt, aber nichts ist versalzen.
Ein Beispiel: Am Anfang bekommt man eine Szene präsentiert, in der ein Flugzeug auf ein vermeintliches U.F.O. trifft. Erzählt wird das Ganze lediglich mit einem Radar und dem dazugehörigen Fluglotsen. Es funktioniert erzähl- und spannungstechnisch hervorragend. Ich würde aber behaupten, dass selbst Spielberg diese Passage heute mit viel Tamtam und Spezialeffekten aus der Sicht des Piloten gedreht hätte. Das Publikum erwartet es so.
Ich finde, das ist einfach verloren gegangen. Diese Art, eine Geschichte zu erzählen. Die Limits, die einem die Tricktechnik gegeben hat. Die Kreativität, die einfach in andere Bahnen gelenkt werden musste, um den Film überhaupt machen zu können. Ich hätte gerne mehr davor, leider bin ich damit aber wohl aus der Zeit gefallen.
Ich liebe einfach die Art und Weise, wie Spielberg mit einer Leichtigkeit und immer einem Zwinkern Dialoge und Szenen aufbaut (der Pickup Truck am Bahnübergang). „Sowas kannst du dir aus Draht nicht selber biegen“. Und ich befürchte, den Draht bekommt auch niemand mehr so gebogen. Alles hatte seine Zeit.
Daher hat Close Encounters hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.