14. Dezember – Krabi

Ausflug nach Railey Beach.

Da man Krabi ungefaehr mit Schweich, halt nur mit Palmen und etwas waermer, vergleichen kann und uns heute nicht der Sinn nach einer Tour stand, wollten wir das Wetter nutzen und einen kleinen Abstecher nach Railey Beach, 15 km ausserhalb von Krabi unternehmen. Krabi fuer sich genommen hat keinen eigenen Strand, nur einen Pier und 2-3 kleinere Anlegestellen fuer Boote. Sonnenanbeter und Freunde der gepflegten Strandmusik muessen also frueher oder spaeter die etwas abgelegenen Straende im Umland ansteuern. Busse, Taxis und Tuk Tuks fahren regelmaessig. Wir entscheiden uns fuer ein Longtailboot.

Ablegebereit wenn der Skipper dies fuer noetig befindet. Meist ab 4 Personen, es kann allerdings auch etwas laenger dauern. Es folgt eine luftige und knatterige Fahrt an der Kueste von Krabi entlang. Rostige Fischkutter liegen im Trockendock, ein paar defekte Longtailboote gammeln vor sich hin. 20 Minuten Fahrt bei klarer Sicht. Wir passieren mehrere Bojen die ein Teil des neuen Tsunami Fruehwarnsystems sind. Railey unterteilt sich in 2 Hauptstraende, den oestlichen, nicht zum schwimmen geeignete (dort legen meistens die Boote aus Krabi an)  und der westliche, besser gepflegte.

Verbunden sind beide durch einen 1 km langen Trichter, der links und rechts von steilen Klippen flankiert wird. Freeclimber alle Coleur kommen hier voll auf ihre Kosten. Im Reisefuehrer wird erwaehnt das Railey Ost nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Es wurde nicht untertrieben. Verdreckt, massig Strandgut und dergleichen schrecken unsere beiden Mitfahrer aus franzoesischen Gefilden sichtlich ab. „Das soll Railey sein? So sieht das hier aus?“ 250 Meter vor der Kueste parkt unser Skipper die Schaluppe. „In der Mitte verlaeuft ein Weg, einfach zu laufen, Sir…“ Ich ueberhoere den Tipp und kaempfe mich durch den steinigen Schlick. Erst der Franzose, der trittsicher wie Jesus ueber das Wasser zu gleiten scheint, zeigt mir den unter der Wasseroberflaeche verlaufenden Betonweg.

Der Verbindungsschlauch zwischen Ost und West ist eine lieblose Betonanlage. Nicht mehr und nicht weniger. Es richt nach Urin. Dreibeinige Hunde und Katzen mit Stummelschwanz kreuzen unseren Weg.

Ahh… Railey West. Schon besser. Sauber, weitlaeufig, kristallklares Wasser. Unsere fanzoesischer Bekanntschaft vom Boot sucht noch nach einem Geheimtipp. Strand Nr. 3. Hinter einem kleinen Bergkamm. Der Strand ist auch von dieser Seite an beiden Enden von einem steilen Huegel natuerlich begrenzt. Irgendwo muss ein Durchgang sein. Wir lassen ihn suchen und machen es uns im Schatten gemuetlich. Katja verschwindet umgehend in den Fluten. Aus dem Huegel rechts von uns ertoenen mehrere Schreie, ein paar Thais hechten hinterher. Allem Anschein nach hat ein Pilgrer zu Strand Nr. 3 etwas Pech mit der Route gehabt. Im Reisefuehrer ist dieser nur vage als „… mit Vorsicht zu geniessen“ beschrieben.

Am Strand patrollieren alle 30 Sekunden Thais mit Bauchlaeden. Massagen, Getraenke, Petikuere, alles ist zu haben, alles hat seinen Preis. Als ich mich irgendwann auch ins Wasser schleiche lunze ich interesse halber mal um den Berg. Die kleine Klippe konnte man locker umschwimmen und so erhasche ich einen Blick auf diesen ominoesen Strand Nr. 3. Alles wie gehabt, kein Unterschied zu Railey West. Nur das es ausschliesslich mit Booten zu erreichen ist oder halt halsbrecherich ueber den Kamm. Mich passiert ein Schnorchler, irgendwas muss er gesehen haben, auf jeden Fall lacht er sich fast ins Koma. Sehe ich von unten so Lustig aus? Na, ich hoffe das er kein Wasser schluckt. Kann allerdings auch sein das er ueber meine etwas unortodoxe Art schmunzelt wie ich mir die Ohren putze. Eskimorolle, halbe Drehung. Abstriche in der B Note.

Just als die Sonne richtig Gas geben kann schlaegt das Wetter um. Wir ziehen uns in ein Lokal zurueck und schluerfen suendhaft teure Softgetraenke. Auf der Speisekarte krabbelt eine Fingernagelgrosse Gottesanbeterin. Ich schiesse ein Paar Fotos im Gegenlicht. Was fuer ein Tier.

Auf dem Rueckweg schauen wir auf Railey Ost bei den Freeclimbern vorbei. Eines steht fest: das ist definitiv nichts fuer mich. „Ich kann nicht!! – Doch du kannst! – Ich habe einen Krampf – Weiter nach links! – Ich kann nicht mehr – Streng dich an! – Schrei mich nicht so an, ich hab dafuer bezahlt – Quael dich!“ 8 Stimmen geben Kommandos und alles plappert durcheinander. Aufgrund des Regens ist die Wand sehr glitschig. Kein Spass in meinen Augen. Unser Skipper will schon eine Stunde frueher wider zurueck nach Krabi. Eine neue Regenfront sei im Anmarsch. Gesagt, getan.

Der Umzug aller Schulen aus Krabi faellt dementsprechend ordentlich ins Wasser. Wir kommen gerade vom Boot schon schlurfen 12 Klassen in voller Montur und im stroemenden Regen die Hauptstrasse entlang. Die meisten tragen es aber mit Fassung. Ich frage mich wann die Jungs mit den Tubas ihr Arbeitsgeraet auskippen muessen. Toene entlocken die Burschen dem nassen Blech schon lange nicht mehr.

Morgen geht es weiter nach Phuket. Der Bus ist bestellt, das Zimmer reserviert. Auf, auf und davon!

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