01. Dezember – Bangkok

„No Sir. Sorry Sir. Temple is closed!“ Diese Aussage wird jeder Bangkok Besucher mindestens 24 Mal pro Stunde hoeren. Egal ob man nun auf der Suche nach einem Wat ist oder auch nur aus Zufall gerade an einem vorbei schlendert. „Sir!“, Hand an der Schulter, „It’s closed…“ Besser milde laecheln und, im Lotussitz schwebend, um die naechste Ecke entschweben. Da wir heute aber tatsaechlich 2 der wichtigsten Tempelanlagen in Bangkok auf unserem Programm hatten, musste das Fell halt etwas dicker sein.

Das Farangs, Touristen wie wir, den obligatorischen Mondpreis fuer einen Watbesuch bezahlen muessen ist bekannt, das der einzige Weg ueber mehrere halsbrecheriche Hauptstrassen fuehrt nehmen wir hin. Die unzaehligen „gutgemeinten Tipps“ von gelb gekleideten Tourischleppern gehen allerings schon an die Reserve. Unser bester Freund hat uns nicht minder 10 Kornkreise auf unsere Bangkokkarte gezeichnet. „Mussen sie noch besuchen, der hier hat zu.“ „Yes, yes, standing Buddha, lying Buddah, sitting Buddah…“ und eine Faust voll Buddah. Gott sei dank schweben wir beide immernoch im Lotussitz und laecheln unentwegt. Das Hilft. Egal was passiert, immer nett bleiben.

Die Anlage war, nachdem wir sie nun endlich erreicht hatten, ueber jeden Zweifel erhaben. Soviel Prunk und Pomp wuerde man bei uns hinter dickstes Plexiglas sperren. Ich bewundere die Ruhe und Wuerde, die die Moenche trotz der Unmengen an Besuchern (wir hatten zudem Wochenende) aufbringen. Ich staune nicht schlecht ueber die Kombination von Pepsischirmen und Meditationskerzen. Alles benoetigt halt einen Sponsor. So auch hier.

Will man innerhalb des Tempels die jeweilge Budahstatue sehen, muss man ein paar Dinge beachten: Schuhe aus, Zehen nicht in Richtung Buddahs zeigen lassen und nicht mit dem Finger auf ihn zeigen. Fuer die Haertefaelle die das Wat mit Tanktops, Spagettitraegern und Flip Flops betreten gibt es am Eingang adequaten Ersatz. Sieht dann etwas nach Fasching aus. Mein Kardinalsfehler war es uebrigens das Wat mit einem Hut zu betreten, ist auch nicht erlaubt. Mit einem heftigen und bestimmten ziehen, inklusive ernster Miene wurde ich umgehend darauf hingewiesen.

Das gibt erstmal eine saftige Spende. Nachdem wir uns die Haelse in beiden Tempeln zu genuegend verdreht hatten und Katja zum 2. Mal einer Schulklasse mit einem Fragebogen Rede und Antowrt stehen musste, schlugen wir uns weiter durch zu einer zuenftigen Klongfahrt, Ihr kennt die Krachten in Holland oder die Gondeln in Venedig? Tauscht den Motor, macht das Wasser etwas dreckiger und fuellt den Kahn bis zum letzten Mann. Fertig sind die Klongs. Wir schauten uns erstmal das Ganze System „Klong“ an: Tickets, Abfahrtzeiten, Richtungen und dergleichen, besprangen dann einfach den naechstbesten Kutter und kamen aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus. 20 Cent fuer einen heiden Spass. Gezahlt wird praktischerweise mitten im Getuemmel mit umgerechnet 20 mm Ellenbogenfreiheit. Eine Sicherung mit einem Freischwimmer ueber Bord zu gehen gibt es keine. Der Hiewie klettert immerwieder fleissig von Heck zu Heck und scheucht die neuen Passagiere von Bord. Unsere Endstation erreichen wir ungewohnter Weise direkt im ersten Versuch.  Dieser Klong Kutter erinnert mich irgendwie an eine Art Pater Noster, nur horizontal. Leute kommen und gehen wie es ihnen gerade passt. Eine kleine Thailady versucht den Ueberblick zu behalten und kassiert so gut es geht.

Nach dem ueberaus leckeren Abendessen waren wir so gut wie stehend K.O und haetten beinahe den restlichen Abend verpennt. Mit reserve Energie stromern wir noch bis 1 Uhr durch das Viertel um die Kaoh San Road und lassen den Abend mit einem gepflegten Bierchen ausklingen. Prost alle zusammen!

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