Buenos Aires, Hostel Inn, Bar, 30.09.2006

Motto fuer heute: So weit die Fuesse tragen. Wir hatten fuer heute eigentlich nur einen kleinen 4 km Rundkurs geplant. Im Endeffekt sind es ohne zu untertreiben 14 km geworden. Die kleineren Umwege nicht mitgerechnet. Fuer die Google Earth Freunde unter uns: Startet einfach an der Plaza San Martin, passiert das Museo de Armas, schlendert die Avenida 9 de Julio entlang und kaempft euch nach 9 weiteren Stationen bis zum Cementerio de la ecoleta. Na ihr wisst schon, der Friedhof auf dem auch Evita begraben liegt. Wer bis dato nur den Friedhof von Konz-Koenen kannte, sollte sich schleunigst mit dem Immobilienmarkler seines Vertrauens kurzschliessen. Das die Gruften auf diesem Friedhof keine eigene Klingel bzw. Briefkasten haben war das einzige was wir vermisst haben. Das Friedhofsgelaende ist fast schon eine eigene Stadt. Man kann Stunden dort zubringen ohne auch nur einmal an ein und der selben Stelle erneut zu passieren.

Unser Rundgang fuehrte uns an dem angeblich edelsten Kaffeehaus von Buenos Aires vorbei. Das im englischen Stil gehaltene Harrods war wirklich wundervoll. Kaffe und Kuchen in bequemen Ledersesseln zu geniessen hatte schon was feines. Im Untergeschoss gab es noch eine grosse Auswahl an Billard- und Schachtischen. Ich wollte Michi sogar in einer 3/4 Stunde das wesentliche der Schachregeln erklaeren. Aber er bekam es dann doch mit der Angst zu tun und vertroestete mich auf spaeter. Schade. In diesem altehrwuerdigen Ambiente haette ich schon die ein oder andere Partie Schach gespielt. Wie sagt man? Spaeter vielleicht. In einem anderen Leben.

Heute wurden wir nur einmal von einem oertlichen Geldeintreiber an der Nase herum gefuehrt. Er gab sich als gluehender Verehrer des deutschen Fussballs aus und plapperte wie ein Wasserfall auf uns ein. Dabei wollte ich doch nur ein paar Schatten am Plaza San Martin fotografieren. Am Ende haben wir 30 Pesos an die argentinische Aidshilfe gespendet. Mit Sicherheit. Kommt immer an. Na wenigstens habe ich ein Foto von dem Gauner.

Bezueglich des gestrigen, kulturellen Defizits kann ich auch nur positives vermelden. Kirchen, Troedelmaerkte, Oldtimertreffen, oeffentliche Tangovorfuehrungen und natuerlich der Kontakt mit Einheimischen wurden meisterlich vollfuehrt. Katja waere stolz auf uns. Gegen Abend kehrten wir fertig wie eine Schaffbux in unsere Casa zurueck. Leider mussten wir feststellen, dass es vor 21:30 nichts essbares mehr zu beissen geben wuerde. Restaurants und Imbissbuden haben hier halt andere Oeffnungszeiten. Dafuer kennen wir nun Daniel, den Hostelpaten, nach 5 Bier und Essen vom Transportchinesen etwas besser. Ich habe ihm meine MP3s ueberlassen, freie Getraenke waren uns so gewiss. Es ist interessant wieviele Deutsche hier ein und ausgehen. Daniel sind Schnitzel wesentlich lieber als die chilenische Reisegruppe die gerade ankommt. Vielleicht zahlen wir einfach nur besser. Daniel ist aber okay, er konnte uns schon den ein oder andern guten Tipp geben. Dafuer entlohnen wir ihn mit einem kleinen Crashkurs in Trierer Platt. Endlich ein Argentinier der „Wat as dat loh dann?“ fluessig ueber die Lippen bekommt.

Ach ja unsere Luxussuite: 8. Stock, ueber Gittertreppen notduerftig zu erreichen. Garniert mit einer garantiert nicht zu deaktivierenden, laut brummenden Klimaanlage und einer wunderschoenen Toilette.

Ueber die Dusche kann ich nur gutes vermelden. Warmes Wasser satt. Nur die Beschriftung der Amaturen ist falsch. Michi brauchte etwas um dies heraus zu finden. Aber die freihaengend an der Wand montierte Klobuerste, die noch mit dem Inhalt des Vorgaengers eifrig vor sich hin tropft ist weniger schoen. Shit happens. Morgen geht es los Richtung Tucuman. Ich kann es kaum erwarten.

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